Über den Maulbeerbaum

Jacob Hirschmann, Brief an Isaak Maus in Badenheim, 12ten März 1828:

„Lieber Freund!
Hier kommen ein paar Maulbeersetzlinge, welche ich bei unserm Vetter, Hrn. Adjunkt Hangen, geholt habe. Sie sind, wie Sie auch bemerken werden, nicht sehr wurzelreich, und darum wuerde ich rathen, sie nicht gleich an den Ort ihre lebenslaenglichen Bestimmung, sondern an einen andern kuehlen, fetten Platz zu versetzen, wo sich alsdenn ihre Wurzeln sehr vermehren werden, dass man sie kuenftiges Jahr schon in die Reihe der Aussetzlinge treten lassen kann. Die Maulbeerbaeume wachsen gar gerne, nur leiden sie leicht vom Frost. Guter, fetter Boden ist dem Baum willkommen; Mittagssonne macht seine Frucht suesse.
Schneiden Sie die Nebenzweige ab, oder legen Sie dieselben, um junge Sproesslinge zu ziehen, in den Grund, wie es Ihnen gut duenket.
Ihr ergebener Freund, J.H.“

aus Buch „Jacob Hirschmann als Briefschreiber“ herausgegeben von Fritz Schellack und Reinhart Siegert